KläranlageWaste water treatment plant
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Kläranlage

Erdgas und Wasserstoff aus Kläranlagen

Faulgas, das bei der Abwasserreinigung auf Kläranlagen erzeugt wird, eignet sich als regenerativer Energieträger sehr gut für die nachhaltige und klimaneutrale Erzeugung von  grünem Wasserstoff. Kläranlagen können daher einen wichtigen Beitrag für den Aufbau der Wasserstoff-Infrastruktur leisten und in Zukunft die dringend erforderliche Bereitstellung von grünem Wasserstoff dezentral sicherstellen.

Forschungsprojekt auf der Kläranlage Bottrop

Die Emschergenossenschaft als einer der größten Kläranlagenbetreiber Deutschlands hat frühzeitig entschieden, die Aufbereitung von Faulgas zu Bio-Erdgas und Wasserstoff in einem Pilotvorhaben auf der Kläranlage Bottrop zu testen und weiterzuentwickeln. Das Projekt wird gemeinsam mit den Partnern  (Beratungsteam Energie und Verfahrenstechnik) und der Stadt Bottrop durchgeführt und vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union finanziell gefördert.

Eine dezentrale Wasserstoffinfrastruktur

Ein Teil des Faulgases der Kläranlage wird auf Erdgasqualität und in einem weiteren Schritt zu Wasserstoff aufbereitet. Das Bio-Erdgas wird zur Betankung von Erdgasfahrzeugen, der Wasserstoff zur Strom- und Wärmeversorgung eines nahe gelegenen Schulzentrums eingesetzt. So entsteht eine komplette dezentrale Wasserstoff-Infrastruktur vom Ausgangsstoff Klärschlamm bis zum Endverbraucher. Projektziel ist die Herstellung von hochreinem Wasserstoff, der in Brennstoffzellen-Fahrzeugen als Kraftstoff genutzt werden kann.

Grüner Wasserstoff sichert die energetische Versorgung

Der auf der Kläranlage erzeugte Wasserstoff wird über eine separate Leitung zu einem Schulzentrum (bestehend aus der Grundschule Welheimer Mark und der Förderschule Am Tetraeder) geleitet. Die Schulen werden dort über ein Wasserstoff-Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt. Der erzeugte Strom wird in das Netz des Energieversorgers (ELE) eingespeist. In einer zweiten Ausbaustufe soll der Gasmotor des Blockheizkraftwerkes durch ein Brennstoffzellenaggregat ersetzt werden. Die Anlage ist seit 2008 in Betrieb. Durch die Beteiligung an diesem Projekt erhofft sich die Stadt nicht nur einen Imagegewinn durch den engagierten und zukunftsorientierten Umgang mit Energie sondern das Projekt trägt auch zur Aufwertung des Stadtteils und damit zur Bewältigung des Strukturwandels, insbesondere im Bottroper Süden, bei.

EuWaK.pdf